Backpacking Äthiopien: Das sind die 10 wichtigsten Äthiopien Reisetipps!

Backpacking in Äthiopien

Nicht viele Touristen und Backpacker bereisen Äthiopien auf eigene Faust – zu unbekannt und unentdeckt ist das Land im Vergleich zu den bekannten Backpacker-Reisezielen in Asien oder Südamerika. Trotzdem kann ich jedem nur empfehlen, nach Äthiopien zu reisen – denn du wirst eine erlebnisreihen und eindrucksvolle Zeit haben. Ich war im Februar 2018 in Äthiopien mit dem Backpack unterwegs und habe das Land erkundet. Im Folgenden werde ich dir einige nützlichen Reisetipps für‘s Backpacking Äthiopien geben!

Übrigens – eine Zusammenfassung meiner Äthiopien Backpacking-Reise findest du hier:

Reisetipp #1: Informiere dich bezüglich dem Äthiopien Visum

Im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern ist das Visum für Äthiopien relativ einfach zu bekommen. Du kannst es sogar direkt am Flughafen in Addis Abeba bei deiner Einreise nach Äthiopien erhalten. Allerdings kannst du es auch im Voraus beantragen – dies ist besonders unerlässlich, wenn du nach Äthiopien über den Landweg reist. Ich bin vom Sudan nach Äthiopien gereist und hatte mir das Visum bereits in Deutschland beantragen müssen.

Übrigens habe ich in einem ausführlichen Artikel alle Infos zum Äthiopien Visum aufgeschrieben.

Reisetipps für Backpacker in Äthiopien
Die Danakil Depression Äthiopien

Reisetipps Äthiopien #2: Das Internet ist unzuverlässig – hol dir einen VPN für Äthiopien!

Generell bin ich beim Reisen sehr oft überrascht, wie gut die Internetverbindung und vor allem das mobile Internet in teils unterentwickelten Ländern ist – oft nämlich um einiges besser als im digitalen Entwicklungsland Deutschland! Äthiopien zählt leider allerdings nicht zu diesen positiven Überraschungen.

Hier gibt es auch nichts zu beschönigen: Das Internet in Äthiopien ist katastrophal. Vor allem abseits von Addis Abeba ist das Wlan unglaublich langsam und es war mir oft unmöglich, im Internet zu recherchieren geschweige denn Bilder zu verschicken.

In diesen Fällen kaufe ich mir eigentlich immer eine mobile Simkarte, um schnelles Internet zu nutzen und nicht auf schlechtes Wlan angewiesen zu sein. Doch auch das ist in Äthiopien nicht einfach. Zuerst musst du dir deine Simkarte in einem offiziellen Geschäft von Ethio Telecom (dem staatlichen, einzigen Anbieter) registrieren und freischalten lassen. Hierfür brauchst du deinen Reisepass sowie Kopien vom Visum und dem Pass. Nachdem ich die ganze Prozedur durchlaufen habe, wurde mir plötzlich eröffnet, dass seit mehreren Monaten die Regierung das gesamte mobile Internet im Land abgeschalten hat (und die Sim-Karte folglich nutzlos war).

Ich war erstmal fassungslos, wie es denn sein kann, dass eine Regierung monatelang das komplette mobile Internet abstellt. Naja – Willkommen in Äthiopien. Noch fassungsloser war ich allerdings, als ich nach einem kurzen Flug in Lalibela angekommen bin und mir dort eröffnet wurde, dass die Regierung in der ganzen Region seit ein paar Tagen  sogar das Wlan abgeschalten hat. Folglich war der ganze Bezirk komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Grund waren wohl Regierungsproteste. Ich habe mich morgens noch von meinen Eltern per Whatsapp verabschiedet und meinte, ich melde mich in zwei Stunden, wenn ich gelandet bin – und nun saß ich mehrere Tage in Lalibela fest, ohne irgendeinen Kontakt zur Außenwelt. Wer hat gesagt, dass Backpacking in Äthiopien immer angenehm sein würde?

Einer der wichtigsten Äthiopien Reisetipps ist folglich, dass die Internetverbindung extrem unverlässlich ist. Teile dies unbedingt auch besorgten Eltern und Freunden in der Heimat mit. Anscheinend wurde die Internetblockade von Anfang 2018 wieder aufgehoben – aber man weiß ja nie, was gerade in Äthiopien passiert.

WICHTIG: Das Internet in Äthiopien ist sehr eingeschränkt und ich konnte beispielsweise auf Facebook und WhatsApp nicht zugreifen, da die Apps blockiert waren. Deshalb solltest du dir vor deiner Reise einen VPN Service installieren, um die blockierten Apps und Seiten trotzdem zu nutzen. Ich empfehle dir dafür *ExpressVPN* – diese Software ist zuverlässig und preiswert.

Backpacking Äthiopien Reisetipps
Im äthiopischen Hochland

Reisetipp #3: Nutze Inlandsflüge zum Backpacking in Äthiopien

Ich persönlich reise extrem gerne auf dem Landweg und mit öffentlichen Verkehrsmitteln. So lässt sich ein Land oft am besten und günstigsten Erkunden! Dies war auch mein Plan für Äthiopien. Auf der Karte sind die meisten Sehenswürdigkeiten in Äthiopien auch in derselben Ecke und scheinen recht nahe beieinander zu liegen.

Tja, falsch gedacht. Die meisten Reiseziele Äthiopiens liegen zwar im Norden des Landes. Doch die Infrastruktur mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist katastrophal. Weite Teile des Landes sind fast komplett unzugänglich mit Bussen, aufgrund von schlechten Straßen und der gebirgigen Landschaft. Selbst kleine Strecken (beispielsweise von Gondar nach Lalibela) brauchen zwei volle Tage mit dem Bus. Falls du wirklich Äthiopien mit dem Bus erkunden musst, solltest du wahnsinnig viel Geduld und Zeit mitbringen.

Glücklicherweise gibt es jedoch Inlandsflüge mit Ethiopian Airlines, die alle wichtigen Touristen-Reiseziele abfliegen. Diese sind zwar nicht wahnsinnig günstig, allerdings auch nicht super teuer und lohnen sich allemal. Hier sparst du dir immerhin oft mehrere Tage Busfahrt durch einen kurzen Flug.

Ein ganz wichtiger Tipp: Wenn du mit Ethiopian Airlines in das Land fliegst, erhältst du auf jeden Inlandsflug 50% Rabatt. Vor allem wenn du viel Fliegen möchtest, lohnt sich dies auf jeden Fall. Die Flüge kannst du direkt vor Ort auch spontan noch buchen lassen – hier gibt es auch keine Preisunterschiede zu den Preisen im Internet.

Reisetipps Äthiopien fürs Backpacking
Sonnenuntergang in der Danakil Depression

Äthiopien Reisetipp #4: Backpacking Äthiopien ist nicht günstig

Äthiopien ist eins der ärmsten und unterentwickeltsten Länder der Welt. Dementsprechend sollte man erwarten, dass Backpacking in Äthiopien unglaublich günstig ist. Falsch gedacht. Denn Äthiopien ist um einiges teurer als erwartet.

Klar, öffentliche Verkehrsmittel sind günstig, Straßenessen ebenfalls. Je nach Qualitätsanspruch findet man auch einigermaßen günstige Unterkünfte (Hostels gibt es nur wenige). Alles, was allerdings mit Touristen zu tun hat (und in diesem Fall alle Guides und Touren) sind teuer. Und leider kannst du in Äthiopien auch die meisten Sehenswürdigkeiten und Reiseziele (beispielsweise die Danakil-Depression und die Simien Mountains) nur mit Tour sehen. Egal wie du es auch versuchst, es ist unvermeidbar – mehr dazu schreibe ich unten.

Dementsprechend hast du die Wahl, oft 200-300$ für eine 3-tägige Tour zu zahlen, oder einige der Highlights Äthiopiens zu verpassen. Leider bleibt dann aber auch nicht so viel vom Land übrig – die Städte haben nämlich mit wenigen Ausnahmen nichts Sehenswertes zu bieten.

Auch Eintrittspreise, beispielsweise für die Kirchen um Gondar, sind oft willkürlich und übertrieben. Während die Einheimischen nichts zahlen, werden Ausländer umso mehr zur Kasse gebeten. Übrigens – die berühmten Felsenkirchen von Lalibela kosten ganze unverschämte 50$ Eintritt (!). Ich hab‘ wohl schon die meisten Weltwunder und bekanntesten Sehenswürdigkeiten dieses Planeten gesehen – noch nirgends auf der Welt musste ich bisher 50$ Eintritt zahlen. Vor wenigen Wochen habe ich beim Besuch der Pyramiden in Giseh 2€ bezahlt. Selbst die Wahrzeichen von Paris, New York oder Rom sind günstiger. Und dann werden 50$ gerade in einem der ärmsten Länder der Welt verlangt. Es macht keinen Sinn und man kommt sich als Tourist unweigerlich abgezockt vor.

Bis heute kann ich mir nicht erklären, warum Äthiopien (und viele andere afrikanische Länder) so unglaublich teuer sind. Bei der Bevölkerung kommt natürlich von diesem Geld nichts an (trotz der hohen Kosten erwarten Guides jedes Mal Trinkgeld) und ich wundere mich, wohin diese Einnahmen fließen. Wer eine Erklärung dafür hat – bitte in die Kommentare damit.

Lalibela Felskirchen Äthiopien
Lalibela – die Felskirchen Äthiopiens

Reisetipp #5: Informiere dich zur aktuellen Sicherheitslage fürs Äthiopien Backpacking

Ich habe mich beim Backpacking in Äthiopien relativ sicher gefühlt und Äthiopien ist als Reiseland wohl um einiges sicherer als viele andere afrikanische Länder. Trotzdem hatte mein Besuch einen bitteren Beigeschmack – u.a. durch die seltsamen Internetblockaden der Regierung und den damaligen Protesten der Bevölkerung. Als wir auf dem Weg von Lalibela nach Melken waren, meinte unser Fahrer bei der Fahrt durch einen kleinen Ort, dass hier erst vor wenigen Tagen Regierungsproteste gewalttätig und mit Todesopfern niedergeschlagen wurden. Natürlich wird man von solchen Vorfällen in unseren Medien wenig hören, deshalb solltest du dich vor der Reise nochmal intensiv informieren. Auch besteht wohl vor allem nachts in den Großstädten das Risiko von Überfällen auf Touristen.

Wie gesagt – ich habe mich persönlich relativ sicher gefühlt und Äthiopien ist wohl um einiges weniger gefährlicher als viele andere Länder in der Umgebung. Trotzdem solltest du vorsichtig und gut informiert sein.

Äthiopien Reisetipps zum Backpacking
Markt in Lalibela

Reisetipps für Äthiopien #6: Rechne mit aufdringlichen Einheimischen

Ich wurde bereits im Voraus von anderen Reisenden gewarnt – und das zu Recht. Die Einheimischen in Äthiopien können wahnsinnig aufdringlich sein. Als Ausländer fällst du natürlich auf, und wirst beim Gang durch die Straße durchgehend von Einheimischen gemustert und oft auch angesprochen. Auch haben die Äthiopier die seltsame Angewohnheit, dir einfach (oft schweigend) zu folgen. Teilweise sind mir einige Einheimische den halben Tag grundlos nachgelaufen! Das ist zwar nicht wirklich schlimm und ich glaube auch nicht, dass hier jeder direkt böse Absichten hat. Allerdings ist es sehr komisch und unangenehm – hier hilft es, bestimmt und selbstbewusst aufzutreten und auch direkt zu sagen, dass man alleine gelassen werden möchte. Natürlich wollen dir viele Einheimische auch etwas verkaufen oder dich ins nächste Tourismusbüro schleppen.

Übrigens wirst du auch am laufenden Band von Bettlern (oft Kindern) konfrontiert werden. Diese werden dich mit „Hey Money“ ansprechen – sehr skurril, aber in ganz Äthiopien als Begrüßung für Touristen weit verbreitet. Ich fand es wahnsinnig traurig, wie hier die kleinsten Kinder schon drauf trainiert werden, Ausländer als pure Geldquelle zu sehen und „money money money“ das einzige ist, was sie Touristen sagen können. Hier solltest du übrigens kein Geld geben – denn dies motiviert die Eltern nur, ihre Kinder zum Betteln zu nutzen anstatt sie in die Schule zu schicken.

Backpacking in Äthiopien Reisetipps
Danakil Depression – die Salzwüste

Reisetipp #7: Viele Gegenden sind nur mit Guide bzw. Tour besuchbar

Dies wird allen Individualreisenden und Backpackern nicht gefallen. Leider ist es aber Fakt, dass sich viele Teile Äthiopiens nicht auf eigene Faust erkunden lassen. Dementsprechend bist du auf (oft überteuerte) Touren und Guides angewiesen, um die Highlights des Landes zu sehen.

Der Simien Mountains Nationalpark würde sich auch problemlos alleine erkunden lassen. Leider regiert hier eine lokale „Maffia“, die den Zugang zum Park ohne Guide (ab 175$ für 3 Tage) quasi unmöglich macht. Ich hab‘ zwei Reisende dort kennen gelernt, die alles versucht haben, um sich die Kosten zu sparen. Aber keine Chance. Hier wurden nämlich in der Vergangenheit alle Taxi- und Truck-fahrer, die Touristen in oder aus dem Park gefahren haben, bedroht bzw. angegriffen. Dementsprechend hast du schlicht keine Möglichkeit, ohne organisierte Tour in den Park zu kommen. Willkommen in Äthiopien.

Auch die Danakil Depression mit dem aktiven Erta Ale lässt sich nur mit Guide und Militärbegleitung (aufgrund der Grenzregion zum befeindeten Eritrea) besuchen. Hier zahlst du für eine 3- oder 4-tägige Tour (bei sehr guter Verhandlung!) 300$. Trinkgeld nicht inklusive. Allerdings lässt sich die Region auch nur im Jeep erkunden, eine Infrastruktur bzw. Zivilisation gibt es hier nicht.

Übrigens hat im November 2017 ein deutscher Tourist versucht, die Danakil Depression mit selbst gemietetem Jeep auf eigene Faust zu erkunden. Leider wurde er vom äthiopischen Militär für einen eritreischen Terroristen gehalten und tragischer Weise erschossen, als er sich im Auto einer Touristengruppe genährt hat. Komm‘ also bloß nicht auf dumme Gedanken, nur um dir etwas Geld zu sparen.

Das Omo-Valley mit seiner ethnischen Vielfalt und abgeschiedenen Stämmen lässt sich wohl bei viel Geduld und tagelanger Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln auch ohne Tour erreichen, allerdings wirst du nur mit gemietetem Guide die Stämme besuchen können.

Diese Beispiele zeigen, dass Backpacking in Äthiopien komplett ohne (vor-Ort) organisierte Touren unmöglich ist. Denn wenn du die Highlights wie die Simien Mountains, die Danakil Depressio und das Omo Valley weglässt bleiben dir nur noch die Städte wie Addis Abeba, Gondar und Mekel zum Besichtigen. Und dann lohnt sich – bei allem Respekt – eine Äthiopienreise auch nicht.

Äthiopien Backpacking Reisetipps
Simien Mountains Äthiopien

Äthiopien Reisetipp #8: Recherchiere deine Backpacking Reise im Voraus

Wie du bereits oben lesen konntest, sind Informationen vor Ort teils recht schwierig zu bekommen. Ein großer Grund dazu ist auch die Internetsituation im Land. Deshalb solltest du deine Backpacking Äthiopien Reise schon grob im Voraus recherchieren und dir vielleicht schon ein paar Übernachtungsadressen in den jeweiligen Orten notieren. Auch solltest du dich nach jeweiligen Kosten für Taxis oder Touren informieren, damit du eine grobe Idee hast und nicht der typischen Touristen-Abzocke zum Opfer fällst.

Danakil Depression Äthiopien Backpacking Tipps
Backpacking Äthiopien – die Danakil Depression

Äthiopien Reisetipp #9: Bring‘ warme Kleidung mit

Äthiopien bzw. Afrika wird oft mit Wüste und Hitze in Verbindung gebracht. Dies stimmt allerdings nur bedingt – vor allem im gebirgigen Norden des Landes kann es auf den Höhen oft sehr, sehr kalt werden. Dies wirst du vor allem auch beim Camping in den Simien Mountains zu spüren bekommen. Aber selbst in den Städten wie Gondar und Lalibela brauchst du vor allem abends oft lange Kleidung. Nimm also auf keinen Fall bloß T-Shirts und Shorts mit auf deine Backpacking Äthiopien Reise!

Äthiopien Backpacking
In den Simien Mountains

Reisetipps für Äthiopien #10: Lass dich vollkommen aufs Äthiopien Backpacking Abenteuer ein

Wie du gesehen hast, ist das Backpacking in Äthiopien sicherlich nicht so leicht und angenehm wie in Südostasien. Dementsprechend lässt sich das Land auch nur „erfahrenen“ Reisenden empfehlen. Falls du bisher noch nie Europa verlassen hast, ist Äthiopien wohl nicht der richtige Startpunkt. Denn der Kulturschock wird dich in Äthiopien mit Sicherheit treffen.

Ich selbst war während meiner Äthiopien Backpacking-Reise oft genervt und frustriert von dem Land und auch wenn ich von der vielfältigen und einzigartigen Landschaft begeistert war, haben einige Erlebnisse und Erfahrungen auch einen bitteren Beigeschmack hinterlassen.

Rechne also damit, dass beim Backpacking in Äthiopien nicht alles immer nach Plan läuft und dass es auch mal anstrengend und erschöpfend werden kann. Äthiopien ist eben eine Erfahrung, auf die du dich vollkommen einlassen musst!

Backpacking Äthiopien Reise Tipps
Dallol – in der Danakil Senke

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